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11. August 2008

Zivildienst umwandeln und Pflichtdienste abschaffen

Heute begann der 2,5-millionste Zivildienstleistende seit 1961 seine Tätigkeit. Dazu erklärt Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher:

Selbstverständlich bereichert die Arbeit von Zivis unsere Gesellschaft, dennoch ist es höchste Zeit, neue Wege zu gehen. Während Minister Jung eisern an der antiquierten Wehrpflicht festhält, zementiert Ministerin von der Leyen den Zivildienst. Offenbar ignorieren beide die Entwicklung, wonach EU- und Nato-Partner reihenweise aus der ungerechten Wehrpflicht aussteigen. Auch der in Deutschland aus der Wehrpflicht abgeleitete Zivildienst muss umzuwandeln werden.
 
Dass seit Jahren mehr Zivis als Wehrpflichtige ihren Dienst antreten, zeigt zweierlei: Von Wehrgerechtigkeit kann längst keine Rede sein und Zwangsdienste haben sich überlebt. Wir brauchen endlich die Abschaffung der Wehrpflicht, den Einstieg in eine Freiwilligenarmee und eine Verdoppelung der Freiwilligendienstplätze. Dieser Dreischritt wäre ein echter gesellschaftlicher Fortschritt und würde freiwilliges Engagement endlich stärker wertschätzen.
 
Auch volkswirtschaftlich wäre es vernünftiger, die Zivildienststellen in reguläre Arbeitsplätze umzuwandeln und freiwilliges Engagement intensiver zu fördern. Aktuelle Studien belegen die hohen volkswirtschaftlichen Kosten der Pflichtdienste durch den Eingriff in die Arbeits- und Ausbildungsbiografien junger Männer.