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14. Oktober 2008

Wehrungerechtigkeit beenden und Freiwilligendienstplätze verdoppeln

In Deutschland sollen deutlich mehr Zivildienstleistende als Wehrdienstleistende eingezogen werden. Dazu erklären Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher, und Anna Lührmann MdB:

Wir fordern die Regierung auf, die Zivildienstmittel um 215 Millionen Euro zu kürzen, um die eklatante Wehrungerechtigkeit sofort zu beenden. Laut des bisherigen Haushaltsentwurfs für 2009 sollen rund 30.000 Zivildienstplätze mehr finanziert werden als Wehrdienstleistende eingezogen werden. Dies hätte zur Folge, dass sämtliche Kriegsdienstverweigerer automatisch zum Zivildienst herangezogen würden, während zur Ableistung des Wehrdienstes nur jeder zweite als tauglich Befundene herangezogen würde.
 
Aus den eingesparten Mitteln wollen wir die Freiwilligendienstplätze im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich mehr als verdoppeln. Jugendliche sind die Generation mit der höchsten Bereitschaft zu freiwilligem Engagement.
Diesem riesigen Potenzial werden wir zudem durch Initiativen zur Stärkung der demokratischen Jugendarbeit und gegen Rechtsextremismus sowie in einem Programm zur Beteiligung von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten Rechnung tragen.
 
Es ist und bleibt falsch, dass die große Koalition am Wehrpflichtdogma eisern festhält. Für unser Ziel, die Wehrpflicht abzuschaffen, den Zivildienst umzuwandeln und freiwilliges Engagement viel breiter zu fördern, werden wir weiter um Zustimmung werben.