Schavan rückt Studiengebühren-Studie heraus und beschönigt Ergebnis
Zum Sinneswandel von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, nicht erst Mitte November sondern schon heute die Studie "Studiengebühren aus der Sicht von Studienberechtigten" zu veröffentlichen, erklärt Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher:Nach erheblichem Druck hat Ministerin Schavan endlich Abstand von ihrer skandalösen Desinformationspolitik genommen und die Studie zu den Auswirkungen von Studiengebühren herausgerückt. Anstatt die Ergebnisse vor dem Bildungsgipfel der Öffentlichkeit vorzuenthalten, hätte die Ministerin die Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) schon vor zwei Wochen präsentieren müssen.
Die Studie belegt: Bis zu 18.000 junge Menschen wurden allein 2006 aufgrund von Studiengebühren von einem Studium abgeschreckt. Mehr als ein Viertel derjenigen, die auf ein Studium verzichten, sagt: Studiengebühren übersteigen meine finanziellen Möglichkeiten. Bei den Frauen liegt diese Quote sogar bei 31 Prozent. Schavan muss endlich aufhören, dieses Vernichten von Bildungschancen zu verschleiern und muss ihren hochschulpolitischen Irrweg verlassen. Sie selbst musste nun einräumen, dass Frauen und Studienberechtigte, deren Eltern nicht studiert haben, von der Campus-Maut abgeschreckt werden. Anstatt sich immer tiefer im ideologischen Schützengraben der Gebühren-Befürworter zu verschanzen, muss Schavan aus den negativen Folgen der Campus-Maut endlich Konsequenzen ziehen.
In Zeiten des Fachkräfte- und Akademikermangels ist die Studie ein Alarmsignal. Wenn Union und SPD es mit dem Ziel ernst meinen, 40 Prozent eines Jahrgangs an die Hochschulen zu locken, muss möglichst jede Hürde zur Hörsaaltür abgeräumt werden. Von 100 Akademikerkindern studieren 83, von 100 Nicht-Akademikerkindern nur 23. Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, gehören Studiengebühren abgeschafft.












