Mehr Qualität und Exzellenz durch mehr Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft
Anlässlich der heute veröffentlichten Empfehlungen des Wissenschaftsrats für mehr Chancengleichheit im Wissenschaftssystem erklären Krista Sager, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und Kai Gehring, hochschulpolitischer Sprecher:Frauen sind in akademischen Qualifizierungs- und Karrierestufen von Wissenschaft und Forschung weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Sie wirken nicht in dem Maße am wissenschaftlichen Erkenntnisprozess mit, wie es möglich und angemessen wäre. Ihre Anteile sind im internationalen Vergleich noch immer sehr gering und steigen nur langsam an. Zu Recht nennt der Wissenschaftsrat die Unterrepräsentanz von Frauen in akademischen Führungsfunktionen eines der gravierendsten Defizite des deutschen Wissenschaftssystems. Das Thema Chancengleichheit muss weiter auf der wissenschaftspolitischen Agenda bleiben.
Um endlich entscheidende Schritte für mehr Chancengleichheit in der Wissenschaft zu erreichen, brauchen wir mehr Verbindlichkeit der gleichstellungspolitischen Zielvorgaben, überprüfbare Kennzahlen und Anreiz- und Sanktionsmechanismen. Wir haben hierzu einen Antrag eingebracht, der sich in einer Reihe von Vorschlägen des Wissenschaftsrats zur Steigerung des Frauenanteils deckt. In unserem Antrag fordern wir insbesondere den Bund auf, seine Forschungs- und Institutionenförderung an verbindliche Gleichstellungskriterien zu knüpfen.
Gleichstellung muss zum Förderkriterium mit überprüfbaren Kennzahlen bei Exzellenzinitiative, Hochschulpakt, High-Tech-Strategie und Ressortforschung etc. werden. Als Grundlage für eine gleichstellungsorientierte Personalpolitik in den Institutionen schlagen wir das Kaskademodell vor, wonach auf der jeweils nächst höheren Führungsebene ein jeweils so hoher Frauenanteil erreicht werden soll, wie auf der vorangehenden Ebene beschäftigt ist.







