KiTa-Pflicht: Durch Angebot und Qualität überzeugen, nicht durch Zwang
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock hat eine Krippen- und Kindergarten-Pflicht ins Gespräch gebracht. Zur andauernden Diskussion darüber erklärt Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher und Mitglied im Bundestags-Ausschuss für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:?Kindertagesstätten sind das Fundament unseres Bildungssystems, hier lernen Kinder spielerisch und gemeinsam mit Gleichaltrigen. Dass möglichst alle Kinder vor der Schule eine KiTa besuchen, ist daher ein richtiges Ziel. Eine KiTa-Pflicht ist dafür aber ein gänzlich ungeeignetes Mittel. Wir müssen Eltern durch ein verlässliches Kinderbetreuungsangebot mit hoher Qualität überzeugen, nicht durch Zwang und Verpflichtung. Ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr ist dafür ein wichtiger Schlüssel und positiver Anreiz.
Ein gutes Betreuungsangebot braucht keine Krippen- und KiTa-Pflicht - dies zeigt der besonders vorbildliche Elementarbereich in den skandinavischen Ländern. Eine KiTa-Pflicht in Deutschland wäre zudem ein Sonderweg in Europa. Offen bleibt auch gerade die praktische Durchführbarkeit einer KiTa-Pflicht: Sollen dreijährige Kinder von der Polizei abgeholt werden, wenn sie nicht in die KiTa gehen? Es ist Aufgabe von Politik, Gewerkschaften und Arbeitgebern, Eltern aktiv anzusprechen und sie zu motivieren, ihren Kindern die zusätzliche Förderung in KiTas zu ermöglichen. Die Wahlfreiheit und Entscheidung darüber muss aber weiter bei den Eltern liegen."







