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12. August 2010

Jugendlichen Perspektiven bieten - statt prekärer Jobs und Praktika

Zu Forderungen des Europäischen Parlaments nach einem besseren Zugang für Jugendliche zum Arbeitsmarkt und gegen Ausbeutung in Praktika erklärt Kai Gehring, Sprecher für Jugendpolitik:

Gerade zu Krisenzeiten muss die junge Generation am Arbeitsmarkt gestärkt und vor Ausnutzung geschützt werden. Mit der Initiative, Jugendliche besser vor prekären Jobs und unfairen Praktika zu schützen, geht das Europaparlament mit gutem Beispiel voran. Die Bundesregierung muss diese EU-Initiative zügig in nationale Politik gießen anstatt Jugendarbeitslosigkeit und Ausbeutung in Praktika weiter zu ignorieren. Wir brauchen eine europäische Qualitätscharta für faire Praktika und endlich beherztes Handeln im Inland. Andernfalls droht eine "Generation Prekär".

Wer Fachkräftemangel beklagt, muss jungen Menschen nach ihrer Ausbildung einen guten Berufseinstieg anbieten und nicht endlose Praktika und Warteschleifen. Sonst wird Jugendlichen der direkte Weg in die Perspektivlosigkeit gewiesen. Seit Jahren wissen Arbeits-, Bildungs- und Jugendministerium, dass es im großen Umfang Missbrauch bei Praktika gibt. Das Ministerinnen-Trio von der Leyen, Schavan und Schröder muss daraus endlich Konsequenzen ziehen. Durchgreifende Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und Ausbeutung von Jugendlichen sind überfällig. Wir fordern einen klugen Mix aus gesetzlichen Regelungen, Selbstverpflichtungen und Vereinbarungen der Tarifpartner, damit der Einstieg von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt besser gelingt.