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20. Februar 2008

Jugendfreiwilligendienste: Stückwerk statt Gesamtkonzept

Der Familien- und Jugendausschuss hat heute das Gesetz zu den Jugendfreiwilligendiensten abschließend beraten. Hierzu erklärt Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher:

Die Große Koalition hat keinen großen Wurf, sondern allenfalls ein Schmalspur-Gesetz fabriziert. Es werden lediglich zwei bestehende Gesetze für das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr zusammengefasst. Ein schlüssiges Gesamtkonzept für Freiwilligendienste bleibt die Regierung weiter schuldig. Nur mit einem solchen Gesamtkonzept wäre eine Voraussetzung für den von uns gewollten starken Ausbau der Freiwilligendienste gelegt.


Zeitgleich entstehen in anderen Ministerien unausgegorene Vorschläge in Serie, wie Schavans "Freiwilliges Technisches Jahr? oder Schäubles "Katastrophenschutzjahr? zeigen. Solche Initiativen verwässert die "Marke Freiwilligendienste? anstatt sie zu stärken. Denn Freiwilligendienste dürfen keinesfalls den Charakter eines Kurzzeitpraktikums oder einer Warteschleife bekommen.


Ministerin von der Leyen ignoriert wiederholt ihre Federführung als Jugendministerin und liefert abermals Stückwerk ab. Verdoppelung der Freiwilligendienstplätze, bessere Finanzierungsstrukturen, höhere Qualität, neue Zielgruppen und Planungssicherheit für Auslandsdienste - all das sind Ziele, die sie mit ihrem Gesetz verfehlt. Die Chance auf einen großen Wurf für Freiwilligendienste hat von der Leyen damit leider verspielt statt genutzt.