Geschlechtergerechtigkeit im Schulalltag
Zu den jüngsten PISA-Ergebnissen, nach denen Jungen und Mädchen durch Geschlechtsstereotype in ihren schulischen Leistungen behindert werden, erklärt Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher:Wir brauchen eine geschlechtergerechte Umgestaltung des Schulalltags. Das Aufbrechen von Geschlechtsstereotypen trägt entscheidend dazu bei, dass sich jede und jeder Jugendliche selbstbestimmter entwickeln kann. Zu einer gendersensiblen Pädagogik an allen Schulen gehört mehr individuelle Förderung. Lehrerinnen und Lehrer brauchen Aus- und Weiterbildungen in Genderkompetenz.
Jungen sind zu Sorgenkindern im Bildungssystem geworden: Bei Leistungen und Schulabschlüssen stehen sie schlechter da als Mädchen. Je niedriger die Schulform, desto höher ist der Jungenanteil. Mehr Jungen als Mädchen bleiben ohne Schulabschluss und sie wiederholen häufiger eine Klasse. Jungen brauchen vielfältige Vorbilder und mehr männliche Bezugspersonen, auch in den Kindertagesstätten. Deshalb wollen wir eine bundesweite Steigerung der Erzieherquote von vier auf 20 Prozent erreichen.
Geschlechtsbezogene Jugendarbeit muss Jungen wie Mädchen in ihrer Bildungs-, Berufs- und Lebensplanung, bei den Sozialkompetenzen und beim Wandel der Geschlechterrollen begleiten und unterstützen. Erfolgreiche Ansätze wie das Netzwerk "Neue Wege für Jungs" müssen verstetigt und auf eine breitere Basis gestellt werden.







