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3. September 2007

Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst noch entwicklungsbedürftig

Zum heute vom BMZ vorgestellten neuen entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramm "Weltwärts" erklärt Kai Gehring, jugendpolitischer Sprecher:

Die Bundesregierung braucht endlich ein Gesamtkonzept für die Gestaltung von Freiwilligendiensten anstatt monatsweise neue Ankündigungen zu einzelnen Zweigen in die Welt zu setzen. Die Nachfrage nach Freiwilligendiensten ist enorm, das Angebot darf daher kein großkoalitionäres Stückwerk bleiben.


Grundsätzlich begrüßen wir die Initiative eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes für Jugendliche, er muss aber gut gestaltet sein.
Globales Lernen und soziales Engagement lassen sich hier sinnvoll verbinden und beinhalten die Chance, entwicklungspolitische Arbeit auf eine breitere Basis zu stellen.


Notwendig für den Erfolg ist jedoch von Anfang an eine hohe und solide Qualität bei der konkreten Durchführung der Freiwilligendienste. Unter der angepeilten Quantität darf die Qualität nicht leiden. Die Teilnehmer brauchen ein fundiertes und systematisches Programm mit Vorbereitungstagen, Begleitseminaren und Rückkehrarbeit. Gerade die Begleitung und das Mentoring im Entsendeland vor Ort müssen eine zentrale Rolle einnehmen. Beim Qualitätsmanagement scheint der neue Freiwilligendienst aber noch entwicklungsbedürftig zu sein.


Klare Qualitätsstandards für die Arbeit der Partnerorganisationen in den Entsendeländern sind genauso erforderlich wie transparente Auswahlverfahren von Einsatzplätzen und Freiwilligen. Freiwillige dürfen weder über- noch unterfordert werden und müssen sich auf die pädagogische und fachliche Qualifikation der Mentoren und Ansprechpartner vor Ort verlassen können. Nur so können sie den "Sprung ins kalte Wasser" wagen.


Damit die Pilotphase gelingt, braucht es dringend eine Gesamtkoordination und Anlaufstelle auf Bundesebene, an die sich Interessierte, Freiwillige und Organisationen wenden können. Wichtig ist auch, bestehende Initiativen mit ihrer Kompetenz und Erfahrung stärker einzubeziehen und dabei kleinere Entsendorganisationen, die gute Arbeit leisten, nicht auszuschließen.