Bildungsstreik: Ultimativer Weckruf für Schavan
Zu den derzeitigen Protesten der Bildungsstreikbewegung erklärt Kai Gehring, Sprecher für Hochschulpolitik:Ministerin Schavan muss ihre Frühjahrsmüdigkeit ablegen und die neuen Bildungsproteste als ultimativen Weckruf ernst nehmen. Auf dem Bologna-Gipfel im Mai und dem Bildungsgipfel im Juni muss Schavan substanzielle Verbesserungen herbeiführen, die in den Klassenräumen und Hörsälen zügig ankommen. Mit bloßen Absichtserklärungen lassen sich Schülerinnen und Schüler sowie Studierende nicht länger abspeisen.
Die Bologna-Reform muss so korrigiert werden, dass es weniger Workload, weniger Prüfungsdruck, mehr Zeit für Praxis- und Auslandssemester sowie mehr Master-Studienplätze gibt. Bund und Länder müssen einen "Pakt für Studierende" vereinbaren, damit doppelte Abiturjahrgänge nicht vor verschlossener Hörsaaltür stehen. Gerade beim Studienplatzaufbau ist NRW Schlusslicht und hat seine Hausaufgaben nicht erledigt.
Die Bundesregierung muss ihr halbgares Studienfinanzierung-Paket neu schnüren: Nicht der Nationale Stipendienmurks, sondern eine deutlichere BAföG-Erhöhung schafft mehr Bildungsgerechtigkeit und eine soziale Öffnung der Hochschulen.
Die Schüler und Studierenden protestieren gegen die soziale Schieflage unseres Bildungs- und Hochschulsystems - dafür haben sie unsere Solidarität. Ideologisches Festhalten am selektiven mehrgliedrigen Schulsystem, ein überfrachtetes Turbo-Abi, abschreckende Studiengebühren - gerade die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung hat neue Bildungsblockaden aufgetürmt, statt gleiche Chancen zu schaffen. Ein bildungspolitischer Kurswechsel dort wäre ein starkes Signal, damit Aufstieg durch Bildung bundesweit besser gelingen kann.







