Lesbische und schwule Jugendliche stärken
Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Daraus resultiert die Mitverantwortung der Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für das Aufwachsen der nachfolgenden Generationen weiter zu verbessern. Dazu zählt auch das soziale, psychische und physische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Der 13. Kinder- und Jugendbericht setzt sich intensiv mit der Lebenssituation der Heranwachsenden auseinander und zeigt der Bundesregierung Handlungsbedarfe auf. Allerdings wird in dem umfangreichen Bericht auf die Anliegen von homo- und bisexuellen Jugendlichen kaum eingegangen. Ihre Lebenssituation wird nicht ausreichend beachtet. Zwar werden im 13. Kinder- und Jugendbericht die in der Wissenschaft entwickelten diversitätsorientierten Ansätze, die unter anderem die sexuelle Orientierung berücksichtigen, erwähnt. Aber es werden lediglich homosexuelle Männer einmal im Kontext der Hauptrisikogruppen für HIV-Infektionen erwähnt.An den Schulen ist Homophobie besonders verbreitet. Das Wort "schwul" ist zu einem der häufigsten Schimpfwörter geworden. Nach Angaben der Bundesregierung erleben lesbische und schwule Jugendliche gesellschaftliche Diskriminierung zum einen in Form von verbaler und psychischer Gewalt und zum anderen sehen sie sich auch körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Für die große Zahl der gleichgeschlechtlich orientierten Jugendlichen ist daher der Weg vom inneren zum öffentlichen Comingout mit einer großen psychischen Belastung verbunden. Dies drückt sich auch darin aus, dass 18 Prozent der schwulen oder lesbischen Jugendlichen bereits einen oder mehrere Suizidversuche hinter sich haben; mehr als die Hälfte hatte bereits an Selbstmord gedacht.







